Die Campusbahn Aachen
by Christian Scholz on January 12, 2012
Im Jahre 2020 Aachen ohne Dieselbusse? Wenn es nach den Planern der Stadtbahn, soll dies mit eben dieser Bahn Wirklichkeit werden. Aber nur, wenn wir uns beeilen, denn die Fördergelder laufen aus.
So ungefähr die Kurzfassung der gestrigen Vorstellung des Projekts “Campusbahn” im Aachener Rathaus, was damit sozusagen auch der Startschuss der Diskussion war.
Im folgenden versuche ich daher mal den Vortrag von Adolf Müller-Hellmann vom Förderkreis des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen zusammenzufassen, da er leider zunächst mit Design und auslaufenden Fördermitteln begann, anstatt zunächst einmal zu sagen, warum man denn eigentlich eine Stadtbahn braucht.
Das Problem
Das Hauptproblem ist laut Müller-Hellmann und ASEAG-Chef Michael Carmincke, dass das Bussystem in Aachen an seine Grenzen kommt, vor allem auf der Hauptverkehrstrasse Trierer Strasse/Adalbertsteinweg. So würden dort im Moment 30.000 Fahrgäste pro Tag und Richtung verkehren, bis zum Jahr 2020 soll dies aber auf 38.200 ansteigen aufgrund von steigenden Einwohnerzahlen und Studierenden.
Hier aber kommt das Bussystem an seine Grenzen, wie Carmincke anhand einer Grafik versucht hat, zu verdeutlichen. Ein Bus hat eben nur eine begrenzte Anzahl an Sitzplätzen und kann nicht einfach bei Bedarf verlängert werden. Die einzige Alternative wäre eine noch engere Taktung als die 3-5 Minuten, die es heute sind. Dann aber müsse man auch die Personalkosten einrechnen.
Multi-Modalität
Wenn man nicht mehr nur PKW fährt, sondern eher flexibel ist, man also mal Bus, mal Fahrrad nutzt und auch mal ein Auto leiht und das mit fliessenden Übergängen, dann nennt man das Multimodalität. Und gerade bei den Studieren sähen wir, dass diese nicht mehr so auf das Auto fokussiert seien, sondern durchaus auch mal wechselten. Diesen Trend müsse man im Auge behalten und das Ziel muss deswegen laut AVV-Chef Hans-Joachim Sistenich sein, ein durchgängiges Mobilitätkonzept zu entwickeln, bei dem Bus, Stadtbahn, Auto, Fahrrad und Bahn sinnvoll miteinander verknüpft werden.
Herr Sistenich skizzierte dazu eine Zukunftsvision an die Wand, die ein integriertes Ticketsystem vorsah, wo man sich schon im ÖPNV zum Parkplatz über sein Ticket ein geladenes Elektroauto reservieren konnte. Alle Teile sollen also ineindergreifen.
Die Lösung also: Campusbahn
Ergo braucht man eine Alternative zum jetzigen System und diese sei die genannte Campusbahn. Müller-Hellmann und Kollegen nannten vielerlei Gründe für solch eine Bahn:
- Moderne Stadtbahnen sind flexibel, sie können von der Kapazität her sowohl in Richtung Strassenbahn als auch Richtung U-Bahn hin angepasst werden. Daher Lösung des Kapazitätsproblems. Wo der Bus pro Stunde und Richtung nur 1000-2000 Menschen befördern kann, sind bei der Campusbahn bis zu 5000 Menschen geplant.
- Moderne Stadtbahnen sehen gut aus. Er zeigt diverse Beispiele aus Frankreich, die seit 1980 wohl ca. 25 neue Bahnen gebaut haben. Deren Motto sei “Design oder nicht sein” und das soll auch in Aachen das Ziel sein.
- Lösung des Multimodalitätsproblems durch Innovationen in Elektromobilität, Speichertechnologien usw. (dazu unten mehr).
- Fördermöglichkeiten im Bereich Elektromobilität
- Fördermöglichkeiten per Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), das aber Ende 2019 ausläuft
- Image-Gewinn für Stadt und RWTH
Die Planung sieht dabei zunächst eine Strecke zwischen dem neuen Campus und Brand vor, eine zweite Strecke kann diese dann in Zukunft kreuzen.
Innovationen
In Aachen soll aber nicht nur einfach eine Bahn gebaut werden. Es sollen zudem ganz viele Innovationen, die teilweise weltweit einmalig wären, umgesetzt werden:
- Elektrobusse könnten die Oberleitungen mit benutzen, aber auch z.B. in Wohngebiete ausscheren, und dort per Batterie fahren, um später dann wieder auf die Oberleitungstrasse zurückzukommen.
- Innerstädtisch (Die Grenzen wären Aachen West und Kaiserplatz) soll die Bahn oberleitungsfrei, also per Batterie fahren. Das Stadtbild bleibt also von Masten verschont.
Wichtiger aber noch sind die sogenannten Unterwerke. Diese sind nötig, um den Drehstrom der STAWAG in die für die Stadtbahn benötigte Gleichspannung von 900V umzuwandeln. Genauer gesagt sind im Verlauf der Strecke wohl 7 solcher Unterwerke notwendig.
Die Idee ist aber nun, diese Unterwerke nicht nur für die Bahn zu nutzen, sondern diese auch im Kontext von Elektromobilität zu verwenden. Dazu werden diese auf Parkplätzen gebaut und es werden zudem noch Ladestationen für Pedelecs, Elektroautos, aber auch Elektrobusse angebaut. Der Vorteil wäre also ein großer Schub für das Thema Elektromobilität in Aachen.
In Zusammenhang dazu wurde auch eine Batterientauschanlage für Busse gezeigt, die in nur 4 Minuten (neuerdings wohl auch 2 Minuten) die 1 Tonne wiegenden Batterien eines Elektrobusses austauschen kann. Auch dies soll dann wohl bei den Unterwerken auf dem Parkplatz passieren. Die Größe eines solchen Werkes sei im übrigen Containergröße, erklärte Müller-Hellmann.
Kosten
Das Wichtigste fehlt natürlich noch: Die Kosten. Hier wurde leider nicht so wirklich ins Detail gegangen und das Thema auch eher flott behandelt. Man sah kurz eine Liste von Zahlen, die aber schnell wieder verschwand. Laut den vorliegenden Berechnungen ergäbe sich aber wohl für Aachen ein jährlicher Finanzbedarf von 4-6,5 Mio. Euro.
Was genau jetzt wie gerechnet wurde, erfuhr man leider nicht. Wie später aus Ratskreisen zu vernehmen war, habe man aber durchaus konservativ gerechnet und z.B. für das Depot, wenn ich mich recht erinnere, nicht nur 9 Mio. veranschlagt, was wohl realistisch wäre, sondern 25 Mio. Diese Berechnungen und wie viel Puffer man nun wirklich eingerechnet hat, sollte daher unbedingt noch veröffentlicht werden.
Vieles kann dabei durch Fördermittel finanziert werden, aber nur, wenn man schnell genug ist. So läuft die Förderung durch das GVGF ja 2019 aus, d.h. die Projekt müssen bis dahin auch fertig werden.
Einen weiteren Topf von 180 Mio EUR für 3-5 Projekte gibt es im Bereich Elektromobilität vom Bund mit einer Laufzeit von 3 Jahren und Beginn wahrscheinlich 2013. 3 Projekt sind allerdings schon vergeben, eines soll laut dem Land NRW aber die Campusbahn werden, da es exemplarisch für die Welt sei. Einsendeschluss ist Montag 23:59 und man sei daher fleissig dabei, den Antrag zu schreiben, da alle Bedingungen wohl erfüllt sind.
Alternativen? Zeitdruck?
Während sich das Projekt durchaus interessant anhört und gut aussieht, stellt sich dennoch die Frage, welche Alternativen man denn untersucht hat. Oder war schon vorneweg klar: Wir wollen eine Stadtbahn und schauen uns auch gar nichts anderes mehr an?
Ist also die Stadtbahn – wie so vieles dieser Tage – alternativlos? Hinzu kommt, dass ja durchaus Zeitdruck herrscht. Der OB will eine Entscheidung nach den Sommerferien und die Entscheidung, ob man eine detaillierte Umsetzungsanalyse in Auftrag gibt und einen Antrag für das GVFG stellt, muss schon im Februar erfolgen. Nicht zu vergessen ist, dass das Projekt bis Ende 2019 fertig sein muss, will man die GVFG-Förderung erhalten.
Hier hätte man also durchaus auch früher an die Öffentlichkeit gehen können, selbst wenn noch nicht alle Informationen beisammen sind. Hier sollte sich Politik auf lange Sicht ändern und nicht nur fertig durchgestylte Projekte mit PR-Begleitung vorstellen. Der Bürger sollte schon mit Ideenfindung eingebunden werden.
Partnerschaft mit dem Bürger
Apropos Bürger. Laut OB wird das Projekt “Campusbahn” durchaus als Partnerschaft mit dem Bürger gesehen. Die Bürger Aachens sollen Lust auf das Projekt bekommen, sie sollen dahinterstehen. Daher hat man sich grosse Transparenz auf die Fahne geschrieben und deswegen auch die Website www.campusbahn.de eingerichtet, wo angeblich alle Informationen zu finden sein sollen.
Dem ist allerdings bei weitem noch nicht so. Zur Finanzierung stehen z.B. nur ein paar Zahlen dort, ohne weitere Erklärung, wie die sich herleiten und von welchen Annahmen man ausgegangen ist. Beim Konzept sieht es ähnlich aus und auch die bei der Vorstellung gezeigten Präsentationen sind leider nicht online.
Information noch eher mau
Hier also muss nachgebessert werden, will man die Bürger wirklich hinter dem Konzept versammeln. Hier sollte man sich auch nicht scheuen, ruhig mal die getätigten Gutachten und auch technischen Unterlagen sowie die standardisierte Bewertung zu veröffentlichen. Ich persönlich hätte lieber unaufbereitete Informationen, eine einfachere Aufbereitung/Zusammenfassung kann man ja optional auch noch anbieten.
Spontan fallen mir die folgenden Dinge ein, die mich interessieren:
- Durchsatz Busverkehr heute in detaillierten Zahlen im relevanten Bereich.
- Prognose der Beförderungszahlen für 2020 und deren Herleitung.
- Herleitung der Erhöhung der Bevölkerung und Studentenzahlen.
- Wie kam es zur Festlegung der Einstiegsstrecke?
- Viel mehr Details zu den Unterwerken. Wieso braucht man 7? Wo können die stehen? Was leisten diese?
- Prognose der Entwicklung der Elektromobilität in Aachen.
- Alles zur Finanzierung: Was genau muss bezahlt werden, wie hoch schätzt man die Kosten ein und warum? Wie konservativ hat man gerechnet? Wieviel Luft ist drin im Plan?
- Was passiert, wenn man nicht bis 2019 fertig wird? Was passiert, wenn das Geld ausgeht? Welche Förderungen sind sicher, welche nicht, wann genau weiss man dies?
- Kann Aachen das auf Dauer stemmen?
- Welche Fahrzeuge sollen genutzt werden? Welche Möglichkeiten gibt es?
- Wieviele Elektrobusse sollen eingesetzt werden in welchem Zeitrahmen?
- Wird der Bürger irgendwie irgendwo beteiligt?
Ich gehe davon aus, dass viele der Informationen den Projektbeteiligten vorliegen. Von daher könnte, nein sollte, man sie auch veröffentlichen. Denn gerade im Bereich Finanzen ist Aachen mit Tivoli und Co. ein gebranntes Kind. Wenn man die Bürger wirklich hinter sich versammeln will, dann muss hier absolute Klarheit herrschen!
11 comments
[...] Eine Zusammenfassung der Ratsinformation bei mrtopf [...]
by Michael Servos | Campusbahn für Aachen? – Öcher fahren (Nord-)öcher Bahnen! on 13.1.2012 at 09:34. #
Hallo mrtopf,
in der Tat war die Sitzung nicht der erste öffentliche Termin zur Campusbahn. Das einzige, was wirklich neu war, sind die Zahlen. Das Konzept wurde schon im Dezember als Ratsinfo vorgestellt.
Wesentlich wichtigere Fragen (Trasse, Verkehrsmittel usw.) wurden schon im Mobilitätsausschuss in den vergangenen beiden Jahren öffentlich diskutiert und standen auch oft in der Zeitung…
(https://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=6959)
Aber im wesentlichen hast Du Recht: Wir müssen mehr Daten haben, um fundiert diskutieren zu können. Ich denke, da kommt noch einiges…
Viele Grüße
Michael
by Michael Servos on 13.1.2012 at 09:46. #
Sowas muss bei solchen Projekten halt mal gesammelt irgendwo stehen. Das Ratsinformationssystem verdient ja leider seinen Namen nicht wirklich ;-) Und selbst jetzt könnte die Webseite ja auf eben diese Dokumente und Zeitungsartikel verlinken.
by Christian Scholz on 13.1.2012 at 10:38. #
Bei der Frage nach leistungsfähigem Nahverkehr gibt es in der Tat sehr wenige Alternativen – die Straßenbahn hat gegenüber exotischeren Massenverkehrsmitteln insbesondere den Vorteil, dass es ausgereifte Technik “von der Stange” zu kaufen gibt. Außerdem ist der Fahrweg im Vergleich zu U-Bahnen einerseits und Einschienen- und Hängebahnen andererseits vergleichsweise günstig. Bei den Betriebskosten gibt es daher die Faustregel, dass eine Straßenbahn wirtschaftlicher als Busse ist, sobald eine Strecke mit Gelenkbussen im 10-Minuten-Takt bedient wird.
Zudem ist die Straßenbahn ein lange bewährtes System, das auch in Aachen schon einmal funktioniert hat, bevor es 1974 aus ideologischen Gründe abgeschafft wurde. Gerade in Frankreich hat man in den letzten 10-15 Jahren eine ganze Reihe von Systemen in Städten aus dem Boden gestampft, die ihre Straßenbahn in den 50er oder 60er Jahren abgeschafft hatten. Eigentlich überall äußerst erfolgreich.
Zu den Unterwerken: 7 kommt mir auch etwas viel vor, aber allgemein ist zu sagen, dass Gleichstrom-Niederspannung relativ hohe Übertragungsverluste hat. Typischerweise hat eine Straßenbahn 750V Nennspannung, eingespeist werden 900. Gerade wenn die Oberleitung filigran wirken soll, braucht man u.U. alle ein, zwei Kilometer ein Unterwerk. Zum Vergleich: Die “große Bahn” fährt in Deutschland mit 15.000 V Wechselstrom, in Belgien mit 3.000 V Gleichstrom. Diese Spannungen will man aber aus Sicherheitsgründen nicht über einer Straße hängen haben.
by valentin Brückel on 13.1.2012 at 15:19. #
Die Frage ist aber dennoch, wie “von der Stange” das denn alles ist. Schliesslich soll ja auch innerstädtisch ohne Oberleitung gefahren werden, Busse ebenso mal mit, mal ohne und sollen zudem noch die Batterien wechseln. Hier wäre die Frage, wie ausgereift das alles ist und welches Risiko entsteht btw. entstehen kann. Sicherlich sollte man Innovationen auch nicht im Weg stehen, aber man sollte halt entsprechend sicher planen. Nutzt ja nix, wenn alles halbfertig ist und dann das Geld alle ist. Daher wäre ja auch noch die Frage, wie teuer eine Variante wäre, wo man auf die Batterien verzichtet und auch innerstädtisch Oberleitungen baut. Hinzu käme die Frage, was so wie gefördert wird.
Wegen solcher Fragen, muss eigentlich auch schon die ganze Planung voll transparent erfolgen und entsprechend dokumentiert werden, da so eine PR-Veranstaltung dies alles halt nicht beantworten kann.
by Christian Scholz on 13.1.2012 at 15:58. #
Das Ganze wird sehr innovativ. Es wird sicher so etwas wie der Transrapid, nur dass diesmal der Prototyp in der Stadt schon eingesetzt wird. Das Projekt dient sicher dazu die Beteiligten Unternehmen und Forschungsinstitute zu unterstützen. Ohne ein Prototyp läuft die Sache halt nicht an, da ist die Frage ob es tatsächlich so gebraucht wird nicht so wichtig für die Entscheidung.
Ich finde das Projekt super und ich bin begeistert wenn Aachen zu einer innovativen Stadt wird, bloß wird das nicht als der Fokus genannt werden. Aachen hat auch seinen Klüngel :-) und da unterstützt man sich halt auch mal gerne. Das Projekt könnte in Zukunft viele Arbeitsplätze bringen, wenn das Konzept aufgeht und es weiter an andere Städte Weltweit verkauft werden kann. Zur Innovation gehört halt auch Risiko. Ich finde diese Bahn wesentlich sinnvoller als die Investition in das Stadion (was wieder Thema Klüngel wäre:).
Zu Klüngel gehört halt Transparenz nicht, so werden viele Fragen offen bleiben.
by mosworld on 13.1.2012 at 17:36. #
Wenn aber Fragen offen bleiben, dann geht das Projekt evtl. auch baden. Ich habe jetzt auch mehrfach gehört, dass man hier sehr konservativ mit viel Spielraum gerechnet hat, nur muss das halt auch dokumentiert sein. Ich hoffe zudem nicht auf aufbereitete Informationen, sondern auf die Originaluntersuchungen, denn aufbereitet heisst auch oft, dass man mal was weglässt, was den Bürger überfordern könnte. Ich will aber überfordert werden! ;-)
by Christian Scholz on 13.1.2012 at 17:40. #
Hoffnung ist was gutes. Die Frage ist gibt es diese Originaluntersuchungen überhaupt? :) Ich wundere mich über einige Zahlen und die Annahmen die zu diesen Zahlen in der Zukunft führen werden. Ich glaube die Kölner U-Bahn Erweiterung die gebaut wird war auch konservativ berechnet ;-)
Ich sehe das Projekt nicht als das Ding was die ganzen Bürger an sich brauchen. Es ist gut für das Image der Stadt (schwer zu Messen was so eine Innovation ausmacht) und eine Förderung der Unternehmen und der RWTH.
Mit so etwas kann die Stadt sich als Stadt der Wissenschaft tatsächlich mal positionieren.
by mosworld on 13.1.2012 at 17:47. #
@all:
Zu dieser Frage um die Elektromobilität usw.:
Das wurde mMn im Rat schon ganz gut dargestellt – aber vielleicht meine ich das auch nur, weil ich mit Vorwissen an die Sache rangegangen bin:
Es gibt zwei Anträge und das Konzept besteht aus zwei Teilen:
1) Die Bahn selbst. Eigentlich ist das eine reguläre Stadtbahn von der Stange. Der einzige Unterschied ist, dass sie in der Innenstadt oberleitungsfrei fährt, aber auch das ist schon in anderen Städten erprobt. Also: Keine Forschung – nur Verbesserungen (Akkulaufzeit u.ä.)
Das war Grundbedingung, da 1999 insbesondere die Oberleitungen in der City ein Grund für die Rückgabe der Fördermittel war.
2) Das EMobilitätskonzept. Hier fällt die Kombination mit Pedelecs, O-Bussen, eCarsharing usw. drunter. Dieser Block wird über das Schaufenster beantragt. Teile der Mittel würden sicherlich durch Synergien mit der Bahn die Gesamtkosten der Stadt senken, aber eigentlich ist dieser Teil des Konzepts vollkommen unabhängig zu sehen.
Die Frage: “Warum nicht eine Standardbahn statt dieser Experimente?” ist also leicht zu beantworten: Es ist de facto eine Standardbahn, die durch ein Forschungsvorhaben noch aufgewertet wird. Geld sparen könnte man nur begrenzt. Die Kosten der Wagen würden sinken, wenn wir z.B. durchgängig mit Oberleitung fahren würden, die Kosten für die Strecke aber natürlich steigen. Da diese Kosten aber zu 90% gefördert werden, kann man realistisch also an den Wagen sparen, wenn man in der City mit Oberleitung fahren würde.
Genau das war aber 99 nicht gewollt. Hier muss eine politische Entscheidung getroffen werden.
Viele Grüße
Michael Servos
by Michael Servos on 20.1.2012 at 11:36. #
@Michael Servos, Danke für die Erklärung und den Zusammenhang!
by mosworld on 20.1.2012 at 11:42. #
Ist dafür genug Platz um die Campusbahnstrecken zu verlegen?
by Jibon De on 19.3.2012 at 15:47. #