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Developer-Portal der Telekom: Mein Scheitern

by Christian Scholz on November 24, 2008

This post is about my failed attempts to buy something at Deutsche Telekom with their Micropayment systems. Yes, they seem to have many where you can upload money from one to the other just to get a message in the end “we don’t accept this money here”. Great case of failed usability!

Da auch ich gestern vom Entwickler-Portal der Telekom gehört habe und das ja sehr spannend finde, wollte ich mich natürlich direkt registrieren. Seit heute gibt es wohl auch eine neue und öffentliche Version, bei der man aber zunächst einmal Geld aufladen muss.

Hier mein gescheiterter Versuch, die zu tun:

Zunächst versuche ich es mit meinem bestehenden Telekom-Login, klappt auch. Dann muss ich die Services freischalten aber dort werde ich zunächst gefragt, mein Konto irgendwie umzustellen (genaues verstehe ich nicht). Ich sage “Später” und lande in einem ganz anderen Teil des Telekom-Website-Nirvana, wo leider gar nichts mehr von den APIs steht.
Ich versuche im übrigen auch die Umstellung, aber da brauche ich meine Telekom-Daten, die ich nicht bei mir habe.

Also erzeuge ich einen neuen Account. Dort kann ich dann auch den SMS- und Voice-Service freischalten. Komisch ist nur, dass anscheinend jegliches Layout um diese Formulare drumrum fehlt, da scheint etwas nicht ganz zu stimmen.

Leider fehlt mir nun noch Geld auf meinem Konto. Also gehe ich auf mein Konto und will etwas hochladen. Ich wähle 5 Euro aus und klicke “Produkt kaufen”.

Mal was kaufen

Nun geht ein Popup aus, das mir die Möglichkeit gibt, mit MicroMoney zu bezahlen:

T-Online Kaufprozess

Leider habe ich gar keinen MicroMoney-Account und es gibt anscheinend auch keinen Link, einen anzulegen. Hier sollte also nachgebessert werden. Auch weitere Bezahlmöglichkeiten wären wünschenswert.

Ich klicke mal auf den “Informationen zu den Bezahlverfahren”-Link und komme auf eine Seite, wo mir diverseste Bezahlverfahren beschrieben werden, von denen ich teilweise noch nie was gehört habe (Telefonrechnung, T-Pay, ClickAndBuy, MicroMoney, Kreditkarte und alternative Bezahlverfahren). Aber mir bleibt ja sowieso nur MicroMoney übrig. Ich klicke also auf einen Link im Text, wo man eine MicroMoney-Karte im Internet erwerben kann.

Zunächst kommt aber ein SSL-Sicherheitshinweis:

Vertrauen schaffen!

Da hat wohl jemand was wiederverwendet. Ok, ich nehm das mal an, werde aber vorsichtig sein, auf welchen Seiten ich was dann eingeben werde (später komme ich dann tatsächlich auch auf micromoney-comfort.de aus).

Das sieht dann so aus:

T-Pay: Shoppen mit MicroMoney

Man beachte die 6 Schritte bei “MicroMoney online erwerben”, ich freu mich schon, klicke aber trotzdem. Nun bin ich bei micromoney-comfort.de (in einem neuen Tab also Fenster) und kann einen Betrag wählen. Ich wähle 10 Euro und klicke auf “Weiter”.

In Schritt 2 des Vorgangs kann ich dann optional meine E-Mail-Adresse angeben und muss die AGBs der Postbank akzeptieren.

In Schritt 3 dann kann ich wählen, wie ich bezahlen will. Hier beisst sich die Katze in den Schwanz, denn ich wollte ja eigentlich ein Bezahlverfahren aktivieren. Nun aber brauche ich ein weiteres Bezahlverfahren, um dieses Bezahlverfahren nutzen zu können. Es gibt auch einen Bekannten, nämlich T-Pay. Aber auch ganz neue, wie GiroPay oder Postbank (ok, das scheint auf Kreditkarte hinauszulaufen).

Bezahlen bei MicroMoney

zur Info: Call & Pay bedeutet man ruft an und es wird einem 10 Euro auf die Telefonrechung geschrieben, die man dann bei MicroMoney gutgeschrieben bekommt.

Ich klicke mal auf T-Pay/Kreditkarte.

Nun springt er leider aus Schritt 3 heraus und ich muss mich erstmal wieder einloggen:

T-Pay - Das Bezahlsystem der Deutschen Telekom - Anmelden

Einen T-Pay-Account habe ich meines Wissens noch nicht, also logge ich mich mal mit meinem Netzausweis ein (das ist der, der vorhin die Umstellung wollte, ich wäre danach also wohl irgendwie zweimal eingeloggt oder so).

Aber es klappt leider erst gar nicht, denn es kommt:

Technischer Fehler

Leider auch zu einem späteren Zeitpunkt.

Der normale Kunde würde das aber eh nicht sehen, denn der wäre viel früher schon ausgestiegen.

Aber egal, ich versuch dann mal “Call & Pay”. Dort wird mir eine Nummer angezeigt, die ich anrufe, dann mit * bestätige, dann auf “Weiter” klicke und dann “Kaufen” sage. Danach kann ich mir die PIN usw. als PDF sichern. Scheint also tatsächlich geklappt zu haben und plötzlich bin ich auch schon bei Schritt 6 angekommen ohne je Schritt 4 und 5 gesehen zu haben (oder waren das die beiden Weiter-Klicks? Leider war es ein komplett anderes Design, so dass der Fortschritt nicht zu sehen war).

Nun endlich habe ich also Geld für meinen Entwickler-Account. Direkt mal ausprobieren (Die PIN ist übrigens 16-stellig, also nicht dasselbe wie eine Karten-PIN).

Also wieder zurück zu developer.telekom.de, denn das Popup hatte inzwischen einen Session-Timeout.

Ich klicke bei MicroMoney “OK”, danach gebe ich die PIN ein und erhalte:

T-Pay - Das unfähige Bezahlsystem der Deutschen Telekom.

Herzlichen Glückwunsch!!!!

Ergo kann wohl ich diese API nicht testen (muss mal checken, ob es ne Sandbox gibt). Dies liegt aber wohl nicht so sehr an dem API-Team als mehr an der generellen Unfähigkeit von T-Pay/MicroMoney usw.

Das zeigt aber auch, dass es nicht so sehr an der von Micropayment-System scheitert, sondern an deren Umsetzung. Hier scheinen 10 verschiedene Entwicklergruppen am Werk gewesen zu sein, deren Systeme alle irgendwie inkompatibel zueinander sind. Und warum braucht man überhaupt so viele verschiedene Bezahlweisen? Warum reicht nicht eine? Von mir aus auch einfach die Angabe meiner Kreditkarte. Warum werde ich über x verschiedene Systeme geleitet, nur um 5 Euro bezahlen zu können, die aber nachher nicht angenommen werden. Wie bekomme ich meine 10 Euro nun zurück?!?

In der Zeit, die ich nun für das unmögliche Bezahlen aufge
wendet habe, hätte ich wahrscheinlich schon eine komplette Telekom-Library schreiben können. Aber so gehe ich erstmal nach Hause.

Technorati Tags: , , , , , , ,

12 comments

[...] Mr. Topf schildert recht anschaulich, woran viele Micropayment-Systeme leiden: Developer-Portal der Telekom: Mein Scheitern. [...]

by Basic Thinking Blog | Micropayment = MacroPainment? on 26.11.2008 at 11:28. #

Ich wusste das es schwierig sein würde :) Vllt. hab ich mich deswegen noch nicht mit dem Dev Center von denen auseinandergesetzt. :] Du bist also selbst schuld… hehe

by Ronny on 26.11.2008 at 13:36. #

In Hamburg gab es "Vouchers" mit jeweils 5 EUR / 5.000 Punkten zum Testen. Vielleicht haben die noch welche übrig – Kontakt könnte ich per Xing herstellen, falls es dich überhaupt noch interessiert.

An den technischen Prozess-Macken würde das allerdings nichts ändern, fürchte ich… schade.

by Stefan Evertz on 26.11.2008 at 16:18. #

mir scheint Du hast versucht einen Gutschein einzulösen, den Du nicht hast. Dein erstes Screenshot deutet jedenfalls darauf hin. Um 5 Euro mit Kreditkarte aufzuladen hättest Du Menüpunkt 1 nehmen können, dann hättest Du Dir die ganze Tortur erspart.

by Schmuddel.Wetter on 26.11.2008 at 17:35. #

@Schmuddel.Wetter: Den hab ich ja versucht zu kaufen, denn eine andere Möglichkeit gab es ja initial nicht. Und ich habe beim T-Pay-Schritt zum Aufladen von MicroMoney ja "Kreditkarte" ausgewählt (also den ersten Punkt), aber da musste ich mich ja nochmal einloggen, was schief ging. Und beim Portal selbst gab es leider nur MicroMoney zur Auswahl.

Meine Kritik ist aber auch mehr genereller Natur, denn ich frage mich, ob überhaupt jemand bei der Telekom per Micropayment online bezahlt, denn wenn man seine (virtuelle) Micropayment-Karte erstmal mit einem anderen Payment-Service, der x Optionen hat aufladen muss, dass ist das irgendwie sehr verwirrend. Hinzu kommen eben die technischen Defekte wie fehlerhaftes SSL-Zertifikat und der "Technische Fehler" beim Einloggen sowie das dauernde Gewechsel des Layouts, so dass man nachher gar nicht mehr weiss, wo man eigentlich ist und was noch zu tun ist. D.h. es sind nicht nur technische, sondern wohl auch strukturelle Macken.

@Stefan: Die habe ich wohl nicht gesehen (obwohl ich noch mit einem aus dem Team dort gesprochen habe). Ich habe noch nicht nachgeschaut, ob man zumindest in der Sandbox ohne Guthaben was testen kann, aber wenn nicht, wäre ein Kontakt sehr interessant. Zumal ich hier ja nicht unbedingt bashen will, sondern das lieber behoben sehen würde. Er meinte ja auch, dass sie auf Feedback hören wollen und lieber das basteln wollen, was die Entwickler brauchen. Das hört sich ja schonmal gut an.

Ansonsten habe ich aber auch nicht weiter nachgeforscht, da dann wieder andere Dinge wichtiger waren. Es steht aber noch auf meiner Agenda, mir das irgendwann nochmal anzuschauen, denn das Projekt selbst ist ja schon recht interessant.

(noch besser wäre, wenn die Telekom selbst diesen Artikel bemerken und irgendwie reagieren würde, aber die G1-Session hat ja glaub ich gezeigt, dass bestimmte Teile der Telekom hier noch etwas hinterherhinken).

by Christian Scholz on 26.11.2008 at 17:55. #

@ChristianScholz. Das ist wohl ein Missverständnis, Gutscheine kauft man nicht um sie selbst als Zahlungsmittel einzusetzen, sondern um sie zu verschenken. Stefan hat ganz Recht, diese Gutscheine gabs in Hamburg geschenkt. Wenn Du noch einmal auf Dein ertstes Screenshot ganz oben schaust, dann siehst Du dort als ersten Punkt "Aufladung 5.000 points zu 5 Euro" ohne Gutschein und so.
Betrachte Deinen Ausflug in die Gutscheinkaufaktion einfach als Lehrgeld und verschenke ihn. Am besten an mich, ich kann mit 10 Euro Gutscheinen immer was anfangen. ;-) Ansonsten hast Du natürlich absolut recht, das Micropayment Thema hat schon einen riesen Bart und steckt trotzdem irgendwie noch in den Kinderschuhen. Schreib doch mal an T-Pay.

by Schmuddel.Wetter on 26.11.2008 at 19:22. #

Aber man sollte ja wohl auch in der Lage sein, selbst seinen Gutschein einzulösen :-)
Ausserdem steht auf der MicroMoney-Seite ja auch nichts von Gutschein, da steht nur, dass man das toll benutzen kann, um bargeldlos irgendwo zu bezahlen. Ich wüsste auch nicht, wie das System hätte rausfinden sollen, dass ich derselbe Benutzer bin, der das gekauft hat.

Aber das Problem bleibt ja: Man kann auf dem Developer-Portal nur per MicroMoney bezahlen und sonst nichts. Ergo kann man es nicht nutzen, da MicroMoney nicht funktioniert. Normalerweise geht es dabei ja auch nicht um Gutscheine, sondern man will als Service-Betreiber ja einfach Credits kaufen, damit man die APIs nutzen kann (da fehlt aber ja eh noch ne andere Art der Bezahlung, wenn man das richtig nutzen will, denn als Service, der nur die APIs nutzt, will man ja nicht dauernd in 5 EUR-Schritten sein Konto aufladen ;-)

Und da ich davon ausgehe, dass dies alles noch beta ist, wäre vielleicht auch ein Hinweis hilfreich gewesen, dass man einen Gutscheind aus Hamburg braucht.

by Christian Scholz on 26.11.2008 at 19:38. #

Also ich war eben noch einmal drin in dem developer portal und ich kann da ganz großartig zwischen 5 und 250 Euro mit meiner Kreditkarte loswerden, ohne Gutschein. Probiers doch auch noch einmal. Für 250 Euro gibts immerhin 250.000 credits, da brauch ich ne Weile um die abzuarbeiten.

by Schmuddel.Wetter on 26.11.2008 at 19:47. #

Ok, sorry. Ich glaube so langsam weiss ich, was Du meinst :-)

Ich glaube ich habe das mit dem mit/ohne Gutschein tatsächlich damals übersehen und ging davon aus, dass der Default schon richtig sei, da ich ja nur 5 EUR aufladen wollte. Habe das jetzt auch per Kreditkarte aufladen können. Für gut gehende Webservices, die z.B. ein Business rund um diese API aufbauen wären aber sicherlich automatisch aufladende Guthaben besser. Ich gehe aber mal davon aus, dass dies irgendwann noch kommt.

Trotzdem bleibe ich aber dabei, dass der Gutschein-Workflow definitiv besser sein könnte :-) Vielleicht hat ja auch jemand inzwischen mal das richtige SSL-Zertifikat eingebaut.

by Christian Scholz on 26.11.2008 at 20:10. #

Der Bezahlprozess ist sicherlich noch nicht optimal gestaltet. Wir arbeiten an einer Verbesserung.
Folgende Hinweise für den aktuellen Stand:

(1) Du benötigst eine Registrierung beim Developer Portal.
Die Zugangsdaten eines beliebigen Kunden-Accounts bei der Deutschen Telekom kannst Du im Developer Portal leider nicht nutzen.
(2) Nachdem Du Dich am Developer Portal angemeldet hast, kannst Du im Bereich Konto ein Guthaben aufladen. Derzeit ist die Option Gutschein standardmäßig als Vorauswahl eingestellt. Dies ändern wir jetzt. In Zukunft wird ein Aufladeprodukt als Standardoption eingestellt sein.
Die Option Gutschein funktioniert nur, wenn Du einen Gutschein vom Developer Portal hast und diesen einlösen möchtest .

Ansonsten wähle bitte die Option für eine Aufladung durch eine andere vorgesehene Bezahlmethode mittels Micromoney.

Feedback ist stets willkommen! :-)

by Ingo on 27.11.2008 at 21:03. #

Danke, so langsam raff ich's und hab auch eine Aufladung geschafft (und zudem auch von euch einen Gutschein per Mail bekommen, supi!). Jetzt fehlt mir im Moment nur noch die Zeit, das mal wirklich auszuprobieren, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Als Randnotiz an alle: Heute abend wieder Podcast-Live-Aufnahme, siehe http://openweb-podcast.de (linke Box). Zuviele Podcasts scheinen doch an der Zeit für's Programmieren zu knabbern..

by Christian Scholz on 27.11.2008 at 21:09. #

[...] eine monatliche Grundgebühr in Höhe von19,95 Euro. Das T-Pay Sammelsurium ist, wie im Beitrag von mrtopf.deausreichend geschildert, nicht sehr nutzerfreundlich, aber abschließende Tests meinerseits stehen [...]

by Micropayment - Bezahlprozesse auf dem Prüfstand | WueWebBlog on 2.12.2008 at 12:10. #