EduCamp Aachen: Die Jugend im rechtsfreien Raum

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Am letzten Wochenende fand auch mal in Aachen ein Barcamp statt, nämlich ein EduCamp. Natürlich war ich da und muss sagen, dass es auch sehr gut zum Thema Netzpolitik und Dialog Internet passte. Zudem gab es natürlich mal wieder viele neue, interessante Leute, die man kennenlernen konnte, viele Sessions in denen auch wirklich diskutiert wurde und insgesamt eine sehr nette Atmosphäre. Von daher also vielen Dank nochmal an die Organisatoren!

Eine Session habe ich schliesslich auch noch angeboten, da eben das Thema des Barcamps gut zum Dialog Internet passt. Der Aufbau der Session ist dabei recht kurz zu beschreiben, nämlich ein Intro mit ein paar initialen Fragestellungen, die wir dann diskutierten. Die Notizen, die die Teilnehmer dazu im Etherpad abgelegt haben, habe ich im Folgenden einfach mal reinkopiert und noch ein bisschen ergänzt. Vielen Dank also auch für das Mitprotokollieren!

(Die Meinungen sind daher die Meinungen der Teilnehmer, nicht notwendigerweise meine)

Was kann man Jugendlichen zumuten?

  • Medienkompetenz-Schulung muss im Kindergarten beginnen (auch zum Umgang mit dem Internet)!
  • “Das Konzept der Medienkompetenz hat sich überholt, seit das Netz mehr als nur Medium ist.” (Jöran)
  • Der Staat sollte Hilfestellung für Eltern, Schule etc. bereitstellen.
  • Kinder erfahren, was angeblich nicht sozial erwünscht ist, aber erfahren nicht wirklich Begründungen dafür.
  • Ohne selbst mitmachen geht es nicht!

Was ist eigentlich schädlich für Heranwachsende?

  • Internet und Social Media sind nicht per se schädlich für Jugendliche

Wie muss Bildung in Bezug auf Internet aussehen?

  • Lehrer und Eltern müssen sich mit Social Media beschäftigen! (Fortbildungen, Elternabende?)
  • das ist schwierig weil der Umgang kontinuierlich aufrecht erhalten werden müsste
  • nicht missionarisch, sondern empfehlend
  • Ist es nicht eher ein gesellschaftliches Problem als ein Jugend-Problem?

Datenschutz vs. Meinungsbildung vs. McLuhan

  • Idee eines Internet-Ministers
  • Veröffentlichung von Inhalten im Internet ist nicht immer nur unter Datenschutz-Aspekten zu betrachten: Gesellschaftliche Teilhabe ist ein förderungswürdiges Gut
  • Thematik informationelle Selbstbestimmung
  • offene Diskussion mit Jugendlichen sollte mehr stattfinden
  • weniger über sie hinweg entscheiden
  • aktuelle Regulierungen durch JMStV: Blogger und Netzaktive werden verstärkt in die Pflicht genommen, sich nicht “abmahnfähig” darzustellen
  • Hat der Staat selbst die Kompetenz? Momentan kann er nicht sinnvoll Einfluss nehmen…
  • Dialog Internet (Initiative des Bundesministeriums)
  • Workshop für Politiker?
  • Wie sinnvoll sind überhaupt Restriktionen?
  • Ansätze für Handlungsmöglichkeiten
  • Man sollte mehr über Chancen diskutieren und Leute zum Ausprobieren ermutigen
  • eine Art Eltern-/Lehrerpflicht zur Fort-/Weiterbildung, um erziehen zu können
  • zukünftige Eltern sind kompetenter im Umgang (nur eine Übergangsphase?) vs. bestehende Berührungsängste auch bei heutigen Jugendlichen
  • Übergangsphase wurde bezweifelt, es hat sich bislang nicht viel geändert.
  • Man sollte nicht von den Barcampern und deren Kenntnisstand in Sachen Internet auf die Allgemeinheit schliessen
  • Wort-Case-Szenarien durchspielen
  • gesellschaftlicher Lernprozess? wird ggf. durch Regularien “von oben” beschränkt
  • Wir müssen von der Trennung online/offline wegkommen. Das Internet ist kein separater Raum, sondern Teil des Alltags
  • Was im “realen” Leben gilt, gilt auch im Internet. Die Probleme sind meist dieselben
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8 comments » Write a comment

      • Ich meinte eher das hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Globales_Dorf als Metapher für das Internet, insbesondere um die Idee, dass aufm Dorf ja auch jeder viel mehr über den anderen weiss, als in der Stadt. Dasselbe passiert in diesem globalen Dorf, also dem Internet. Bei Dörfern finden wir das nicht schlimm, im Internet schon.
        Genauer geht es um den Tradeoff, dass man einerseits Datenschutz propagiert, also nichts über sich preiszugeben, aber dann will man doch auch die Kommunikationsmöglichkeiten des Internets nutzen. Wenn man aber dann seine Meinung nur den 3 besten Freunden mitteilt, entstehen eben keine grossen Bewegungen, wie man das z.B. bei Netzsperren sah oder auch S21 sieht.

        Dass Internet und "reale Welt" immer getrennt betrachtet werden, wurde ja auch kritisiert.

  1. Ging mir mehr um das globale Dorf als um "Medium is the message".

  2. Pingback: #ecac10 | Wie war’s?

  3. Ich weiß ja, ich muss mal wieder grundsätzlich über meinen Medienbegriff nachdenken. Aber dafür brauche ich einen Förderer mit deutlich 5stelliger Summe, um eine vernünftige Tagung zu machen. :-)

    Was mir hier in diesem Kontext wichtig war: Internet = Kulturraum (u.a.). Das steht mit den allermeisten Medienkompetenzreden auf Kriegsfuß.

  4. Pingback: Nachlese: Educamp 2010 in Aachen - Literatenmelu

  5. Pingback: Twoonix » » Das Educamp ist progressiv