Ideen für weitere Fernseh-Netz-Nächte

Wie ich ja gestern nacht schon schrieb, gefiel mir “Die Nacht im Netz” im ZDF zur Wahl ja relativ gut. Und im Prinzip ist dies ja nichts, was man auch ganz ohne ZDF selbst machen könnte. Sicherlich helfen ein paar wireless mics und diverse Ton- und Videotechnik, so richtig nötig ist es aber nicht. Was eher benötigt wird, ist ein Claus Kleber ;-)

Insgesamt aber fühlte man sich als Zuschauer viel näher dran am geschehen, als Teil des Ganzen. Dieses Gefühl kennt man vom “normalen” Fernsehen ja so direkt nicht.

Auch denke ich, muss Herr Kleber sich nicht für fehlende Deko entschuldigen oder dem Zuschauer versichern, dass jetzt nicht alles so gesendet wird. Das braucht es sicher auch nicht, Carmen Nebel’s Show darf so bleiben wie sie ist, aber mehr davon wäre sicherlich gut. Das wichtigste hier war vielleicht auch sogar gar nichtmal das Internet, sondern dass man Zeit hatte. Im Hauptprogramm habe ich eigentlich nur immer hin- und hergeschaltet, weil immer nur Einspieler kamen, die Experten nicht viel zu sagen hatten und eher an der Oberfläche blieben. Das eben war bei der Nacht im Netz anders.

Aber auch die ZDF-Nacht kann man ja sicherlich noch verbessern. Hier ein paar Dinge die nicht so gut waren:

  • Der Internetauftritt selbst kommt etwas schwerfällig rüber. Das liegt sicherlich am Design aber auch am eingesetzten Redaktionssystem (was immer das ist, wahrscheinlich etwas sehr teures, was unbedienbar ist und worüber man als Redakteur gerne mal flucht und für die Implementierung von solchen Sonderfeatures etliches Geld ausgeben muss ;-) ). Hier wäre vielleicht eine separate Site oder aber einfach die Nutzung von schon bestehenden Diensten ausreichen. Vielleicht waren es auch einfach zuviele Popups.
  • Der Chat hat für mich gar nicht funktioniert, da er moderiert war. Bei bis zu 1000 gleichzeitigen Chattern ist eine Moderation eher unmöglich und ein richtiges Gespräch kommt wohl nicht auf. Darauf sollte man vielleicht verzichten und eher Personen, die auffallen, aus dem Chat bannen. Ich habe mich daher eher über Twitter ausgetauscht.
  • Welche Site man ansurfte, war eher unklar (das Surf-Mit-Feature habe ich nicht ausprobiert und wäre wahrscheinlich wieder ein Popup gewesen). Hier könnte man die Links vielleicht einfach im Bild einblenden und/oder per Twitter oder delicious in die Welt posaunen.´
  • Der Mitmach-Faktor könnte wahrscheinlich höher sein (bedeutet aber auch mehr Aufwand), weiteres dazu unten.
Was generell noch hinzugefügt werden könnte, wären mehr Möglichkeiten des Mitmachens, dass es eben nicht nur eine 1-to-many Kommunikation, sondern vielleicht wirklich eine Art Diskussion ist.
Hier ein paar Beispiele:
  • Ähnlich wie CNN’s iReport könnte man Zuschauer dazu auffordern, ihre eigenen Videos einzusenden (z.B. per seesmic oder YouTube). Diese kann eine Redaktion durchschauen und gelungene Videos auswählen. Auch könnte man sie ja per Skype etc. zurückrufen und evtl. noch ein Interview durchführen.
  • Direktes Feedback durch eine Twitter-Beamer-Wand wäre ganz interessant. Dann hätte man auch direkt Deko :-)
  • weitere Kanäle könnten geöffnet werden, wie z.B. ein Stream in Second Life. Dieser Punkt ist zwar für viele, die das noch nicht selbst ausprobiert haben schwer zu verstehen, aber wenn man in Second Life zusammen “fernsieht” (also zusammen vor einer virtuellen Leinwand mit dem Stream sitzt), dann hat man ein viel stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl als es mit einem Chat oder Twitter gar möglich wäre. Die Szene in SL könnte man sogar auch wieder per Beamer ins Studio projezieren und auf den Chat dort eingehen. Dies hätte ich selbst wahrscheinlich jetzt schon machen können, denn wenn ich mich recht erinnere, war der Stream in Quicktime, was im Moment die einzige Möglichkeit ist, ihn in SL zu zeigen.
  • Weitere Kanäle könnten auch ustream.tv oder blogtv.com sein.
  • ein eigener Twitter-Kanal, dem man Fragen stellen kann
  • Weitere Streams aus separeten Kameras evtl. als weiteren Stream anbinden, für das komplette Backstage-Feeling :-)
Die Frage ist natürlich, zu welchen weiteren Gelegenheiten man solch eine Sendung machen könnte. Aber sagen wir mal so, wenn man es generell zum Thema Internet macht, können viele Zuschauer noch was lernen :-) Es muss ja im übrigen vielleicht auch dann nicht mitten in der Nacht sein.
Das waren meine spontanen Ideen, welche habt ihr?
Update: Ich sehe gerade, dass die Links ja bei delicious alle zu finden sind! Sehr gut! 

4 Responses to “Ideen für weitere Fernseh-Netz-Nächte”

  1. Carsten Buesing Says:

    Also etwas mehr Aufwand als “ein paar wireless mics und diverse Ton- und Videotechnik” war schon notwendig um die Sendung auf die Beine zu bringen. Der Aufbau hatte bereits am Vortag begonnen und während der “Nacht im Netz” rannte sicherlich ein Dutzend Leute um uns rum. Ton- und Kamera-Technik, Beleuchtung, Maske und natürlich die Regie. Ein Übertragungswagen und entsprechende Leitungen waren auch dabei.
    Durch den “Werkstatt-Charakter” war die Sendung für mich zumindest wesentlich angenehmer und sie hat unheimlichen Spass gemacht.

    Gruss aus Washington!

  2. Christian Scholz Says:

    Schön, dass sich einer der Beteiligten auch meldet :-) Dann auch persönlich Glückwunsch zu einer gelungenen Sendung! Ich hoffe mal, es wird auch noch weiteres in diese Richtung geben

    Was ich meinte, dass sowas heutzutage an sich jedermann machen könnte, aber natürlich nicht in dieser Qualität. Denn trotz des Werkstattcharakters war das natürlich nicht so mal eben gemacht und dass da trotzdem noch einiges an Personal und Technik vor Ort war, sah man ja auch.

    Trotzdem könnte man sowas evtl. auch selbst im Wohnzimmer machen, wobei dann aber vor allem bessere Tontechnik als integrierte Laptopmikros sinnvoll wären. Und eben jemand, der auch eine gewisse Zeit lang durch die Sendung führen kann, ohne dass man einschläft. Was wohl auch eine Redaktion einschliesst, die Gesprächspartner usw. sucht.

    Aber ich könnte mir sowas auch gut auf einem Barcamp vorstellen, denn dort sind genügend Gesprächspartner vor Ort, so dass man eigentlich genug Inhalt hätte.. Nur dort wird es wahrscheinlich eben an Tontechnik und einer verlässlichen Internetverbindung zum Streamen scheitern. Aber für eines der nächsten Barcamps zu denen ich gehe kann man das ja vielleicht nochmal andenken.

    Heute abend werden Matthias und ich im übrigen auch die nächste Folge des OpenWeb-Podcasts aufnehmen und das auch wieder live per ustream.tv streamen. Dort kann man zumindest mich dann sehen und auch Fragen zum Thema stellen, die wir während der Aufnahme versuchen zu beantworten.

    Dazu gibt’s dann nachher auch noch einen extra Blog-Post mit Links und allem.

  3. THE PILOT « Leichen der Zeit Says:

    [...] weiter Ideen für Fernsehnächte und Verbesserungsvorschläge 8gut uns ausführlicher als meine [...]

  4. macbroadcast Says:

    …….also ich habe bis 4:30 durchgehalten und den glaube ich,

    spannendsten_wenn_nicht_sogar_ERSTEN_web_2.0_wahlkampf
    meines_lebens_erlebt !!!!1111elfelf

    http://www.heise.de/newsticker/Das-Geheimnis-seines-Erfolges-Obamas-Wahlkampf-2-0–/meldung/118405

    Claus Kleber hat man stellenweise auch ganz schön die nervosität angemerkt

    Die nacht im netz “Die Internet-Wahlnacht” war ein voller Erfolg
    und ich kann jetzt sagen ich bin einer von 119,969 Leuten die den
    44. präsidenten der vereinigten staaten als twitterfollower haben ;)

    http://twitter.com/BarackObama

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