FutureMusicCamp 2009: Ryan Rauscher: "Musik war immer kostenlos" - mrtopf.demrtopf.de

FutureMusicCamp 2009: Ryan Rauscher: „Musik war immer kostenlos“

What is the future of music distribution? Hasn’t music always been for free and you just paid for the access? Wasn’t it just that music was for a long time bound to a physical item and thus it felt like a product instead of a service? This is changing now? What does the audience wish for in terms of new ways of music distribution?

Ryan Rausch @ FutureMusicCamp09Ryan’s These: „Musik war schon immer kostenlos, gezahlt wurde immer nur für den Zugang“.

Beispiele dafür wären z.B. CDs oder der Eintritt zum Konzert. Der Eintritt definiert nur den Zugang, die Musik wird aber kostenlos konsumiert.

Daher wäre auch die Frage, wie der Zugang in Zukunft aussehen kann. Wird Musik zur Dienstleistung? Seine These aber: Musik war immer schon eine Dienstleistung, dies ist aber in den Hintergrund getreten und es wird nun als Produkt wahrgenommen. Dies passierte durch die harte Kopplung an den Tonträger. Diese Kopplung aber bricht nun wieder auf.

Bzgl. des Zugangs: Was ist heute möglich, was ist morgen möglich? Wer bietet welchen Zugang in Zukunft an und wie wird der bezahlt?

Frage an das Publikum: Was nutzt ihr für Zugänge, was wollt ihr nutzen, was wollt ihr in Zukunft haben?

Antworten:

  • Ryan selbst nutzt zwar viel, aber ist weit davon entfernt, zufrieden zu sein.
  • Last.fm im Auto
  • plattformneutrales Streaming von Musik
  • Man kann nicht alle Musik die man besitzt, überall hören (ohne iPod dabei zu haben etc.)
  • Langzeitverfügbarkeit von Musik, Back-Catalog
  • bessere Empfehlungsmechanismen
  • Live-Streaming von Konzerten, Clubs etc. aus aller Welt
  • Nutzungsrechte für Musik in Podcasts usw.
  • bessere APIs für Zugriff auf Musikkataloge etc.
  • bessere Musikqualität als derzeitiger MP3-Standard
  • Musik dabeizuhaben ohne Synchronisierung von Geräten
  • einfacheres Umstellen von Musikstyles/Stimmungen ohne das Erstellen von Playlists (Fitnessstudio etc.)
  • Standards für Playlists, Empfehlungen usw.
  • bessere Integration aller Dienste und Devices
  • fehlende Komplettübersicht von Konzerten usw. im Moment muss man auf x Plattformen nachschauen
  • Last.fm für Live-Musik

Ryan hat bei Napster wieder gekündigt, da es nicht sein Handy unterstützt. Er würde auch bis zu 25,- zahlen (später sogar mehr), wenn er denn Zugriff auf alles haben würde, also auch z.B. auf Musik auf MySpace. Es muss auf alle Geräte mitgenommen werden können. Musik ist immer verfügbar.

Daher Weggehen von dem Wunsch, Musik verkaufen zu wollen. Was wollen die (meisten) Leute und dies den Leuten bieten in einfacher Usability. Dann aber den Zugang dazu verkaufen.

Ist das dann die Entscheidung zwischen Flatrate und Musik-Kauf? Sicherlich ist der Zugang ja mehr die Flatrate, aber die Frage wäre immer noch die der Interoperabilität.

Publikum: Beispiel Kulturflatrate: Wollen wir eine zentrale Anlaufstelle für Musikdistribution? Wie sieht es aus mit der Kulturflatrate?

Geht es nicht auch mit vielen kleinen Anbietern? Müssen Services nicht anders aussehen? Geht es noch darum, dass Musik ein „Produkt“ ist? Beispiel Open Source: Auch da ist der Programmcode nicht das Produkt, was verkauft wird, sondern der Service drumrum.

Auch wichtig: Labels sind nicht nur CD-Verkäufer, die machen auch A&R, Marketing usw., allerdings mag der CD-Verkauf vielleicht davon ausgenommen werden.

Ansonsten schaut das so aus, als wäre das Publikum teilweise zu sehr im Jetzt verfangen. Vieles ginge nicht, da es eben jetzt nicht geht. Nur kann sich das ja ändern.