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Eine Chance für Vodafone!

Wie das deutsche ZDNet gestern etwas reisserisch berichtete, verändern deutsche Mobilfunkprovider die über z.B. UMTS übertragenden Webseiten. Dies tun sie meines Wissens aber einfach nur aus dem Grund, um die Datenrate niedrig zu halten. Von „Fälschen“ will ich daher mal nicht sprechen.

Aber ich will auch gar nichtmal auf diese sicherlich manchmal störende Mechanik hinaus. Meine Frage ist eher, ob dies nicht die Chance für das neue social media-Engagement Vodafone’s wäre, sich zu profilieren? Benutzer ihrer Tarife diskutieren durch diesen Artikel im Netz, was das eigentlich soll, ob man es abschalten kann, was für Vor- und Nachteile es hat, auf dem Vodafone-Blog jedoch steht dazu nichts.

Hier wird IMHO eine Chance vertan, mit dem Kunden ins Gespräch zu kommen. Es wäre eine Chance, zu erklären, was eigentlich genau passiert und es wäre eine Chance, zu diskutieren, wie man z.B. nervige Nebenwirkungen abstellen kann. Zumindest könnte es mehr Verständnis für solche Massnahmen bringen (wobei ich allerdings in Bashing-Happy-Deutschland da ein bisschen dran zweifle).

Also mal schauen, ob da was passiert.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Es geht nicht um Bashing, sondern um Netzneutratlität. Wenn Vodafone etwas optimieren möchte dann bitte per OptIn durch den Benutzer.

    Die gleiche Infrastruktur nutzt man auch zum Filtern von unliebsamen Inhalten. Die Hemmschwelle mal eben an den ausgelieferten Daten rumzupfuschen ist einfach zu niedrig. Man hält es nicht einmal für nötig den Benutzer vorab zu informieren.

    Warum Vodafone das tut ist dabei erst einmal nachrangig. Das ist _vorher_ zu klären, nicht heimlich durchzuführen. Aber vermutlich steht das irgendwo auf Seite 43 des "Buchs mit Kleingedrucktem".

    Interessanter ist eigentlich: Vodafone verändert die Seiten und liefert diese aus. Macht man sich damit möglicherweise rechtswidrig die Aneignung und Veränderung von urheberrechtlich geschütztem Material zu eigen? Wird also a.) selbst Verbreiter des Inhalts b.) erstellt rechtswidrig eine veränderte Kopie?

  2. Wie gesagt, mir ging es eigentlich darum, dass diese Diskussion auf dem Vodafone-Blog geführt werden sollte.

    Du hast natürlich recht, dass solch eine Infrastruktur auch missbraucht werden kann. Andererseits kann natürlich jede Technologie missbraucht werden und mir geht es dann auch eher darum, wie sich beides vereinen lässt (also neue Technologien (Beispiel auch Gesundheitskarte) und wie man die Bürger vor Missbrauch schützen kann).

    Leider bin ich auch nicht so im Netzgeschäft drin, um beurteilen zu können, ob ohne dieses überhaupt UMTS angeboten werden könnte, bzw. ob sich das dann rechnen würde. Allerdings kostet auch diese Technik Geld und die wäre sicherlich nicht eingeführt worden, wenn sie denn nichts bringt oder nur vom Gesichtspunkt her, irgendwas mal irgendwann vielleicht filter zu wollen/müssen/können. All das kann aber daher am besten Vodafone beantworten und daher würde ich mir eben den Dialog wünschen.

    Ich stimme auch mit Dir darin überein, dass man es nicht "einfach so" machen darf. Der Benutzer geht vom UMTS-Zugang von einem vollwertigen Internetzugang aus und sieht sich dadurch evtl. getäuscht. Rechtlich abgesichert wird das wahrscheinlich sein, aber das ist ja nur ein Aspekt, den man beachten sollte.

    Was die Veränderung des Materials betrifft, so wäre ausserdem sicher noch die Meinung eines Juristen interessant.