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Jugendmedienschutz: Weiter geht’s – auf der Stelle!

Man könnte meinen, Jugendmedienschutz ist das wichtigste Thema der Welt, denn in den nächsten 2 Monaten bin ich gleich bei 3 Veranstaltungen auf Podien vertreten (gibt bestimmt auch noch Veranstaltungen, von denen ich nichts weiss). Also im Prinzip 3 mal das gleiche erzählen mit teilweise den gleichen Teilnehmern auf dem Podium und wahrscheinlich auch im Publikum. Ich sollte Nein sagen üben…

Hier aber die Termine, heute geht’s schon los:

Medientage München

„Mobile – Local – Social“ sei der Dreiklang der vernetzten Gesellschaft. Beim Blick auf das Programm scheint es aber wohl doch eher „Datenschutz – Jugendschutz – Kontrollverlust“ zu sein. Ob dem wirklich so sein wird und nicht doch irgendwer ein Chäncechen entdeckt hat, werde ich mir nachher mal anschauen. Ansonsten sitze ich aber heute ab 16:15  mit auf dem Podium und es geht nicht um Chancen, sondern genauer gesagt um Risiken und ich darf in Bezug auf Regulierung das Offensichtliche erklären, nämlich warum Filterprogramme wenig Sinn machen. Der entspannte Titel: „Sex and Crime -Die Schwierigkeit der Bewertung von Internetinhalten“.

Im Rahmen dessen stellt die FSM dann auch ihren Kriterienkatalog zur Bewertung von Inhalten vor, wo man sich natürlich wieder fragen kann, warum diese denn nicht öffentlich erarbeitet worden sind.

28. Forum Kommunikationskultur der GMK

Am 18. und 19. November bin ich dann in Nürnberg (und am 17. erkläre ich ausserdem beim Landesjugendring Niedersachsen noch, welche Social Web-Tools für Verbands- und Jugendarbeit Sinn machen könnten, was zumindest mal was konstruktives wäre).

Dort mach ich gleich mehreres: Einmal organisiere ich das GMKCamp mit, also eine Art Barcamp, das nur leider gleichzeitig mit x Workshops stattfindet (von daher mal schauen, wie viele sich dort hin verirren). Und dann erkläre ich natürlich auch wieder das Offensichtliche, nämlich warum Filterprogramme wenig Sinn machen. Der Titel diesmal: „Verschärfen, modifizieren oder abschaffen – Kapituliert der Jugendschutz vor einem medialisierten Alltag?“ Immerhin ist thematisch alles drin ;-)

Weitere Informationen hier.

6. Jugendmedienschutztagung von ZDF, ARD und Kirchen in Mainz

Kurz danach, am 30.11. bin ich dann  in Mainz (um das Offensichtliche zu erzählen, ihr wisst schon) und dank des Ausfalls eines Interviewpartners wohl gleich zweimal. Der Unterschied diesmal aber: Es sind jeweils nur 2 Personen plus Moderator auf der Bühne, was zumindest etwas mehr Zeit lässt. Da ich aber meine beiden Auftritte direkt hintereinander sind, habe ich wohl sehr viel Zeit und weiss gar nicht, was ich da wohl noch alles erzählen soll.

So ist der eine Titel „Optische und akustische Alterskennzeichen“, wo es sich aber doch irgendwie um das Internet drehen soll (genaues weiss man noch nicht). Und mir gegenüber sitzt dann Regina Käseberg vom Ministerium für Integration, Kinder, Jugend und Frauen aus Rheinland-Pfalz.

Der andere ist „Crowdsourcing und Community-Management“ und ich sitze dann dort mit Verena Weigand von der KJM (mit der ich auch schon in München auf dem Podium sitzen werde). Was hier dann anderes diskutiert werden soll, weiss ich auch nicht so genau, aber ob nun Anbieter-Kennzeichnung oder Crowdsourcing, das Ergebnis ist ja eigentlich eh das gleiche.

Weitere Informationen hier.

Was bringt das alles eigentlich?

Das fragt man sich in der Tat langsam. 3 Veranstaltungen, die eher nicht aufeinander aufbauen, wo man alles immer wieder erzählt (und zwar alle Seiten), macht das wirklich Sinn? Sicherlich wird jetzt auch vermehrt Medienkompetenz und co. diskutiert, man tritt also nicht komplett auf der Stelle, aber so richtig effizient ist dieser Prozess wohl kaum und von zusammen erarbeiten kann auch keine Rede sein.

Es bleiben daher die folgenden Probleme:

  • Die Veranstaltungen sind alle voneinander losgelöst
  • Es werden keine Informationen im Vorfeld zur Verfügung gestellt oder während des Prozesses gesammelt (bei ARD/ZDF gibt es zwar Tagungsunterlagen zur Vorbereitung, die einige Studien zusammenfassen, aber das ist dann wieder nur zum internen Gebrauch bestimmt. Am Ende soll zudem wohl ein Buch herauskommen. Nur warum ein Buch? Warum nicht online, wo man es verlinken und kommentieren kann? Und wieso die Unterlagen nicht vorher publizieren?)
  • Es werden meist keine Protokolle oder Ergebnisse publiziert.
  • Meist ist das Ziel nichtmal, Ergebnisse zu erarbeiten, sondern Meinungen gegeneinander antreten zu lassen. Das sind allerdings meist dieselben.
  • Das Publikum wird meist eher marginal eingebunden.
  • Jugendliche sind meist schon gar nicht eingeladen.
  • Es gibt keinen wirklichen Prozess, der hier verfolgt wird. Jeder macht mal irgendwas. Man könnte sich da mehr absprechen.

 

Es fängt vor allem auch immer direkt bei der Lösung an. Was man nun unter den Kampfbegriffen  „Schädliche Inhalte“ oder „entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte“ versteht, ist ja weiterhin undefiniert und wird von den einzelnen Institutionen dann auch nur in Hinterzimmern verhandelt und diskutiert.

Insofern wird es wohl auch nächstes Jahr mit vielen Veranstaltungen weitergehen, die wahrscheinlich ebenso fröhlich auf der Stelle treten werden. Heisst im Umkehrschluss: Politiker müssen ja ziemlich viel Zeit haben.

Vielleicht sollten daher all die Veranstalter daher eher eine Meta-Veranstaltung machen, wo man mal brainstormt, wie man solche Veranstaltungen aus ihrem üblichen Raster herausreissen kann. Und vor allem: Wie man den Online-Bereich denn auch mal als Chance begreift, um diesen Prozess nachverfolgbarer und ergiebiger zu machen. Denn das wäre für alle Seiten ergiebiger.

Dann ziehe ich mal in den Kampf…