Sony Europachef sieht DRM als gescheitert an. Stattdessen: DRM!

John McMahon of Sony Europe says at the keynote at the Broadband World Forum that DRM has failed. At least the version bound to one certain hardware application. He sees the future in a DRM standard (DECE) which is supported by many players. Additionally he wants to shutdown filesharing by asking the ISPs to ban P2P traffic. The latter would be a very bad thing for the internet and I also doubt a DRM standard will do it. They should finally wake up to the new world’s reality.

Wie bei Heise zu lesen ist, hat der Europachef von Sony Pictures Television International, John McMahon, auf dem Broadband World Forum in seiner Keynote erklärt, dass geräteabhängiges DRM gescheitert sei. Genau dies habe die Kunden in die Arme von Tauschbörsen getrieben.

Die Lösung nun sei ein einheitlicher DRM-Standard (DECE), den möglichst viele Geräte unterstützen. Somit soll der Kunde überzeugt werden, dass guter Content nicht kostenlos zu haben sei, sondern Geld koste. Wenn der Kunde dann diese Inhalte auf jeglichen zertifizierten Playern abspielen könne, sei doch alles gut.

Das Problem wird natürlich darin bestehen, dass nicht alle Player diesen Standard unterstützen werden. Auch werden Open Source-Lösungen aussen vor bleiben und das Problem, dass derselbe Content auf Tauschbörsen kostenlos und ohne DRM zu haben sein wird, ist damit noch nicht aus der Welt. Weiterhin ist das dann auch kein Kauf von Medien, sondern nur das Recht, sie abzuspielen. Wie bei den jetzigen Schliessungen der DRM-behafteten Shops bleibt auch bei der verteilten Lösung die Frage, ob sie denn auf Dauer laufen wird. Meine Medien will ich ja schliesslich auch noch in 30 Jahren abspielen wollen.

Das Problem der Tauschbörsen will McMahon in Zusammenarbeit mit den ISPs lösen, denn auch diese würden ja davon profitieren, wenn das Geld nicht in die Bekämpfung von illegalen Downloads sondern in guten Content fliessen würde. Daher will er mit den ISPs zusammen P2P-Traffic aus den Netzen verbannen. Also ein deutlicher Eingriff in die Dateninfrastruktur, den es zu vermeiden gilt (denn P2P=böse zu setzen ist definitiv falsch und schränkt auch die Weiterentwicklung des Netzes deutlich ein).

Insgesamt kann man einen einheitlichen DRM-Standard vielleicht schon aus Fortschritt in Sachen Interoperabilität sehen, aber ich glaube trotzdem nicht, dass dies Zukunft hat. Ich persönlich werde auch weiterhin keine Medien kaufen, die irgendwie DRM-behaftet sind, da ich nicht sicher sein kann, diese auch in 30 Jahren noch abspielen zu können. Und generell sehe ich es auch nicht als realistisch an, dass man Tauschbörsen verhindern kann. Es werden sich immer Wege finden.

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